Untätige Kräne (2018)

Jakobus Durstewitz' Bilder der Serie Untätige Kräne sind Unikate und wurden mit Acryl- oder Ölfarbe auf Keilrahmenleinwand gefertigt, teilweise mit Spachteltechnik.

Jakobus Durstewitz

„Mit 12 habe ich das erste Mal mit Öl gemalt. Ich habe mich sofort als Künstler gefühlt und habe immer weitergemacht.

Das erste Bild, das ich gemalt habe, war ein Leuchtturm, den ich von einem Foto meines Vaters abmalte. Mein Vater hat im Hafen gearbeitet und dort viel fotografiert. Er hatte ein sehr gutes Auge. Ein Großteil meiner Motive basiert auch heute noch auf diesen Schwarzweissfotos von ihm. Einige der wenigen Erinnerungsstücke, die ich an ihn habe.“

Inzwischen arbeitet Jakobus Durstewitz nicht mehr ausschließlich mit Ölfarben, je nach Bedarf nutzt er auch mal Acrylfarben und/ oder Spachteltechniken. Thematisch dreht sich aber noch immer viel um Häfen und Schifffahrt. Jakobus Durstewitz arbeitet sich durch die Bilder auch tiefer in die Kultur vor, in der er aufwuchs: Unterschiedliche Rumpftypen der Schiffe, Kranarten, Vokabular wie Poller, Hutze oder Affenfaust ...

So trägt seine aktuelle Bildserie den Titel „Untätige Kräne“. Zu sehen sind Kräne, deren Auslegearme hoch in die Luft zeigen. Ein Signal für ankommende Schiffe, dass die Kräne zur Verladung bereit sind und an der Stelle angelegt werden kann.

Manche Bilder bergen überraschende Erkenntnisse. So z.B. das Bild eines heute höchst unspektakulär wirkenden Büroklotzes in Plattenbautechnik am Rande eines Kais. „Mein Vater hat das Gebäude damals fotografiert, weil es etwas Neues war. Es gab seinerzeit solche Gebäude noch gar nicht in der Gegend“, folgert er. Und so erforscht Jakobus Durstewitz auch die Welt und Weltsicht hinter seinen Fotovorlagen. Eine Weltsicht aus einer Zeit, die gar nicht so lange zurückliegt, für die uns heute aber vielfach bereits das Verständnis abhandengekommen ist.

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Galerie 30 Quadrat
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